Jüdisch zu Hause – jüdisch in der Welt

Rabbiner Shimon Kutnovsky-Liak

Jüdisch zu Hause – jüdisch in der Welt

Gedanken eines Rabbiners über Identität, Dialog und Verantwortung

Rabbiner Shimon Kutnovsky-Liak ist Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Hannover. Der in Israel geborene orthodox-zionistische Rabbiner und jüdische Pädagoge arbeitet seit vielen Jahren im Bereich jüdischer Bildung und Gemeindeentwicklung. Im Frühsommer nahm er an einem Kurs zu religiöser Diplomatie teil. Lesen Sie hier seinen Text mit seinen Erfahrungen und Reflexionen zu interreligiösen Beziehungen.

Worin besteht eigentlich die Aufgabe eines Gemeinderabbiners? Auf den ersten Blick ist die Antwort ziemlich klar: Tora lehren, Gebete leiten, sich um Schabbat und Feiertage kümmern, Familien in glücklichen und schweren Momenten begleiten, sich mit Kaschrut, jüdischer Bildung, Identität und dem Aufbau der Gemeinde beschäftigen.

All das stimmt natürlich. Aber je länger ich als Rabbiner in Europa arbeite, desto mehr merke ich, dass unsere Aufgabe heute damit nicht endet. Ein Rabbiner sollte die Menschen kennen, die in seine Synagoge kommen. Aber genauso wichtig ist es, auch diejenigen zu kennen, die vielleicht noch nie eine Synagoge betreten haben. Wer trifft Entscheidungen in der Stadt? Mit welchen christlichen Geistlichen sollte man im Gespräch sein? Welche Imame haben tatsächlich Einfluss? Wer bei der Polizei kennt unsere Gemeinde nicht nur aus dem Sicherheitskonzept? Wer unter Journalisten, Lehrern oder Vertretern der Zivilgesellschaft weiß überhaupt, wie heutiges jüdisches Leben aussieht – und kennt Juden nicht nur aus der Geschichte der Schoa, aus Schlagzeilen oder aus

Nachrichten über Israel? Darüber habe ich schon lange vor dem Kurs über religiöse Diplomatie nachgedacht. Vieles ergab sich einfach aus der täglichen Arbeit als Rabbiner. Der Kurs half mir eher dabei, Dinge zu ordnen, die ich vorher oft intuitiv getan hatte.

Zum Beispiel: Beziehungen sollte man nicht erst nach einer Krise aufbauen, sondern vorher. Man muss verstehen, wer einem gegenübersitzt und durch welche religiöse und kulturelle Brille dieser Mensch auf die Welt schaut. Manchmal reicht es nicht, nur die Position zu hören, die jemand vertritt. Dahinter stehen vielleicht Angst, bestimmte Interessen, das Gefühl einer Bedrohung oder der Wunsch, die eigene Gemeinschaft zu schützen.

Und noch etwas wurde mir sehr klar: Religiöse Diplomatie ist keine Veranstaltung. Sie besteht aus Beziehungen zwischen Menschen.

Der Kurs richtete sich an europäische Rabbiner und sollte uns gerade für diesen Bereich Werkzeuge geben. Zu denjenigen, die ihn leiteten und unterrichteten, gehörten Dr. Ben Mollov von der Bar-Ilan-Universität, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, Präsident der Conference of European Rabbis, Gadi Gronich, CEO der CER, sowie Rabbiner, Diplomaten, Wissenschaftler und religiöse Führungspersönlichkeiten.

Wir beschäftigten uns mit Diplomatie und Verhandlung, mit Konflikten, mit jüdisch- christlichen und jüdisch-muslimischen Beziehungen in Europa, mit den Veränderungen im christlichen Verhältnis zu Juden, mit unterschiedlichen Strömungen im Islam, mit Vertrauensbildung und auch mit der Frage, welche Rolle ein Rabbiner außerhalb seiner eigenen Gemeinde überhaupt spielen sollte.

Besonders beschäftigt hat mich das Thema interreligiöser Dialog. Ich war solchen Veranstaltungen gegenüber immer ein wenig skeptisch.

Man kennt das Bild: Ein Rabbiner, ein Priester und ein Imam stehen gemeinsam auf einer Bühne. Es werden einige richtige Worte über Frieden gesagt, man macht ein gemeinsames Foto, manchmal umarmt man sich, und danach gehen alle wiedernach Hause.

Ich sage nicht, dass das völlig unnötig ist. Es gibt Situationen, in denen allein das Bild dreier religiöser Vertreter nebeneinander ein wichtiges Zeichen für die Öffentlichkeit sein kann. Aber ich habe mich oft gefragt: Gut – und was ist morgen früh anders?

Der Kurs hat mich nicht davon überzeugt, dass diese Skepsis falsch war. Eher im Gegenteil. Er half mir, genauer zu unterscheiden zwischen einer schönen interreligiösen Veranstaltung und einer wirklichen Beziehung.

Das Interessante beginnt, wenn keine Kameras mehr da sind. Wenn man ruhig an einem Tisch sitzen, eine unangenehme Frage stellen und auch sagen kann: „Hier bin ich anderer Meinung.“ Wenn ich die Telefonnummer eines Menschen habe, den ich anrufen kann, wenn in meiner Stadt etwas passiert – und er weiß, dass er mich ebenfalls anrufen kann.

Manchmal bringt ein normales Gespräch bei einem Kaffee tatsächlich mehr als eine große offizielle Konferenz.

In meiner Abschlussarbeit habe ich davon gesprochen, auf der anderen Seite eine „menschliche Adresse“ zu schaffen. Also nicht nur abstrakte „Christen“, „Muslime“ oder „Juden“ vor sich zu haben, sondern einen konkreten Menschen. Mit einem Namen, einer Persönlichkeit, Überzeugungen. Und genauso wichtig: dass auch ich für ihn nicht bloß Vertreter irgendeiner abstrakten Gruppe bin, sondern jemand, den er kennt.

Damit kommt aber eine Frage auf, die mir noch wichtiger ist: Wer bin ich selbst, wenn ich zu einer solchen Begegnung gehe?

Es gibt einen bekannten Satz, der mit Moses Mendelssohn in Verbindung gebracht wird: „Sei ein Jude zu Hause und ein Mensch auf der Straße.“

Ich möchte diesen Gedanken umdrehen. Sei Jude zu Hause – und bleib Jude, wenn du das Haus verlässt.

Ich muss nicht weniger religiöser Jude werden, damit ein christlicher Geistlicher mit mir sprechen kann. Ich muss mich vor einem Muslim nicht für die Halacha entschuldigen. Und ich werde meine Verbindung zum jüdischen Volk und zum Land Israel nicht verstecken, nur weil ich in einer europäischen Gesellschaft lebe.

Genauso wenig möchte ich, dass ein Christ für ein Gespräch mit mir weniger christlich sein muss.

Wenn wir zuerst alles beseitigen, worin wir uns unterscheiden – worüber führen wir dann eigentlich noch einen Dialog?

In meiner Abschlussarbeit habe ich versucht, einen dritten Weg zu beschreiben. Kein jüdisches Leben hinter einer geschlossenen Mauer, aber auch kein jüdisches Leben, das nach und nach alles versteckt, was für die Umgebung unbequem sein könnte. Mir gefällt eher das Bild eines Hauses mit festen Mauern und einer Tür, die man öffnen kann.

Ein Rabbiner muss diese Tür bewachen können. Manchmal ist es aber genauso seine Aufgabe, sie zu öffnen. Dafür muss man die religiöse Sprache der Menschen kennen, mit denen man spricht. Und damit meine ich nicht nur Deutsch, Englisch, Arabisch oder Hebräisch.

Wenn ich mit einem gläubigen Muslim spreche, hilft es mir zu wissen, welche Bedeutung Abraham, Moses, die Kinder Israels, Jerusalem oder die „Leute der Schrift“ in seiner religiösen Vorstellungswelt haben. Das macht uns nicht automatisch zu Freunden und beseitigt keine ernsthaften Meinungsverschiedenheiten. Aber das beginnt an einem anderen Punkt.

Beim Christentum ist es ähnlich. Über jüdisch-katholische Beziehungen heute kann man nicht ernsthaft sprechen, ohne zu verstehen, wie tief sich die Haltung der katholischen Kirche gegenüber Juden verändert hat und welche Bedeutung Nostra Aetate dabei hatte. Als Jude halte ich es für wichtig, diese Entwicklung anzuerkennen und dafür dankbar zu sein.

Dabei muss ich nicht so tun, als wären die theologischen Unterschiede zwischen Judentum und Christentum verschwunden. Sie sind nicht verschwunden. Und das ist in Ordnung.

Respekt beginnt für mich gerade dort, wo wir einander sagen können: Ja, wir sind verschieden. Und das allein macht uns noch lange nicht zu Feinden.

Ein anderes wichtiges Thema im Kurs waren religiöse Narrative. In fast jeder großen religiösen Tradition findet man unterschiedliche Stimmen. Es gibt Texte und Auslegungen, die für Frieden, Verantwortung und gegenseitigen Respekt herangezogen werden können. Und es gibt solche, die Hass und Radikalisierung nähren können.

Was tun wir, wenn wir auf ein gefährliches Narrativ treffen? Eine Möglichkeit wäre, von außen zu kommen und einem Menschen zu erklären, warum seine Religion falsch ist. Ich glaube nicht, dass uns das besonders weit bringt.

Viel wichtiger ist es, die Tradition des Gegenübers gut genug zu kennen, um zu verstehen, dass es in ihr auch andere Quellen und andere Lesarten gibt. Nicht damit wir die Religion eines anderen für ihn neu schreiben. Sondern damit wir diejenigen unterstützen können, die aus ihrer eigenen Tradition heraus eine Sprache der Verantwortung und des Respekts entwickeln.

Dabei darf man nicht naiv sein. Nicht jeder, der das Wort „Dialog“ benutzt, will tatsächlich Dialog. Hinter schönen Worten können manchmal ganz andere Ziele stehen. Es gibt rote Linien, und man muss sie erkennen. Den anderen zu respektieren bedeutet nicht, nicht mehr zwischen Gut und Böse zu unterscheiden oder allem zuzustimmen, was er sagt.

Nach dem 7. Oktober ist all das für europäische Juden ohnehin kein theoretisches Thema mehr.

Das Verhältnis zu Israel kommt heute fast zwangsläufig in jedes ernsthafte Gespräch über jüdisches Leben in Europa hinein.

Ich bin Zionist. Für mich beginnt Zionismus nicht im 19. Jahrhundert mit politischen Kongressen. Seit Generationen beten Juden für Jerusalem und Zion, für die Sammlung der Zerstreuten und die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Land.

Die Verbindung zum Land Israel steckt mitten im jüdischen Gebet und in unserer Tradition.

Gleichzeitig bin ich Rabbiner einer jüdischen Gemeinde in Deutschland. Ich bin kein Botschafter der israelischen Regierung.

Man kann eine israelische Regierung kritisieren. Man kann über eine konkrete politische oder militärische Entscheidung streiten. In Israel selbst tun Juden das jeden Tag – und meistens ziemlich laut.

Wenn aber der Zorn auf die israelische Regierung auf ein jüdisches Kind in Hannover, auf die örtliche Synagoge, einen Rabbiner, ein koscheres Restaurant oder eine jüdische Gemeinde übertragen wird, dann geht es nicht mehr um eine außenpolitische Debatte.

Dann ist es Antisemitismus. Und gerade hier ist mir wichtig zu sagen: Antisemitismus ist kein „jüdisches Problem“. Natürlich sind Juden diejenigen, die zuerst darunter leiden. Aber er entsteht innerhalb einer Gesellschaft, und deshalb ist er ein Problem dieser Gesellschaft.

Wenn Juden in Deutschland kollektiv für jede Entscheidung der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden, kann man das nicht mehr einfach mit dem Etikett „Israelkritik“ versehen.

An diesem Punkt versteht man vielleicht auch besser, wozu ein Rabbiner religiöse Diplomatie braucht. Wenn ich einen Priester, Imam, Bürgermeister oder Vertreter der Polizei erst am Tag nach einem antisemitischen Angriff kennenlerne, bin ich zu spät. Man muss sich vorher kennenlernen. Es ist viel besser, an einem ganz normalen Dienstag gemeinsam Kaffee zu trinken, als nach einem Angriff auf eine Synagoge zum ersten Mal Telefonnummern auszutauschen.

Über Schabbat, Familie, Kindererziehung, Glauben oder Religionsfreiheit kann man reden, solange draußen alles ruhig ist. Und wenn man später tatsächlich über Bedrohungen, eine Demonstration oder die Sicherheit einer Gemeinde sprechen muss, sitzt einem kein Fremder mehr gegenüber.

Natürlich ist das keine Versicherung gegen Antisemitismus. So optimistisch bin ich nicht. Persönliche Bekanntschaft garantiert nicht, dass jemand in einem schwierigen Moment an meiner Seite stehen wird. Aber zwischen „Ich kenne diesen Rabbiner“ und „Ich habe irgendwo etwas über Juden gehört“ liegt trotzdem ein ziemlich großer Unterschied.

Im Kurs haben wir auch viel über Verhandlungen und über den Unterschied zwischen Positionen und Interessen gesprochen. Dieses Werkzeug erscheint mir weit über klassische Verhandlungen hinaus nützlich.

Ein Mensch kann einen sehr scharfen Satz sagen. Manchmal steckt dahinter tatsächlich Hass. Dann sollte man ihn nicht schönreden. Aber manchmal steckt hinter einer harten Position Angst, Unverständnis, ein Gefühl von Bedrohung oder Sorge um die eigene Gruppe. Deshalb ist die Frage „Bist du für Israel oder gegen Israel?“ nicht immer besonders hilfreich.

Manchmal sollte man lieber fragen: Wovor genau hast du Angst? Was ist dir wichtig? Was weißt du eigentlich über uns? Und woher weißt du es? Dann kann sich das Gespräch plötzlich verändern.

Man merkt zum Beispiel, dass sehr unterschiedliche Menschen bei bestimmten Themen ähnliche Sorgen haben: Bildung der Kinder, Sicherheit, Kampf gegen Extremismus, Religionsfreiheit, Schutz von Minderheiten, Familie, Menschenwürde.

Das bedeutet nicht, dass nach einer Stunde Gespräch alle Meinungsverschiedenheiten verschwinden. Wahrscheinlich nicht. Aber wenigstens versteht man besser, worüber man überhaupt streitet.

Vor Kurzem habe ich in Hannover an einer Gedenkveranstaltung für den Völkermord an den Jesiden teilgenommen und dort als jüdischer Rabbiner gesprochen. Leider war ich an diesem Tag der einzige religiöse Vertreter auf der Bühne.

Auch das gehörte für mich zu demselben Thema, obwohl die Jesiden zunächst gar nicht in das übliche Schema „Juden – Christen – Muslime“ passen.

Vor der Veranstaltung habe ich über ihre Religion, ihre Geschichte und darüber gelesen, was in Sindschar geschehen ist. Mir war wichtig zu verstehen, wohin ich gehe und warum.

Als ich dort stand, dachte ich noch einmal daran, dass die Aufgabe eines religiösen Leiters manchmal ganz einfach ist: aus der eigenen Gemeinde herauszugehen und bei Menschen zu stehen, die eine Katastrophe erlebt haben.

Ich werde nicht zum Jesiden, wenn ich neben einem Jesiden stehe. Und ich muss dafür auch nicht für einige Stunden weniger Jude sein. Im Gegenteil: Ich komme gerade als jüdischer Rabbiner zu ihm – mit meiner eigenen Erinnerung und meiner eigenen Geschichte.

Aber unsere Beziehungen zur nichtjüdischen Welt dürfen sich auch nicht nur um die Frage drehen, wer Juden beschützt und wie.

Das wäre zu eng gedacht. Das Judentum selbst hat der Welt etwas zu sagen.

Unsere Tradition beschäftigt sich mit der Heiligkeit des Lebens, mit Gerechtigkeit, Wohltätigkeit, Verantwortung, Familie, Bund, Freiheit und ihren Grenzen und mit der Vorstellung, dass jeder Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen ist.

Ich habe nicht vor, irgendjemanden zum Judentum zu bekehren. Diese Aufgabe haben wir ohnehin nicht.

Aber mir gefällt auch das Modell nicht, in dem ein Jude im öffentlichen Raum nur dann auftaucht, wenn er um Schutz vor Antisemitismus bittet. Wir haben eine eigene Stimme. Und ich halte es für völlig selbstverständlich, dass wir sie auch benutzen.

Im heutigen Europa wird ernsthaft darüber gestritten, was Identität bedeutet, wo die Grenzen von Freiheit liegen, welchen Platz Religion haben soll, was mit Familie, nationalem Bewusstsein und der Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft geschieht. Die jüdische Tradition beschäftigt sich mit diesen Fragen nicht erst seit gestern und auch nicht erst seit einem Jahrhundert.

Warum sollten wir an diesem Gespräch nicht teilnehmen? Wenn ich heute über meine Arbeit in Hannover nachdenke, sehe ich zwei Richtungen.

Die eine führt nach innen, in die Gemeinde: Tora, Gebet, Schabbat, jüdische Familie, Bildung, Identität. Ohne das fehlt einem Rabbiner der Boden unter den Füßen. Die andere führt nach außen: zur Stadt, zu den Nachbarn, zu anderen Religionsgemeinschaften, zu der Gesellschaft, in der wir leben. Früher erschienen mir diese beiden Richtungen manchmal fast als Gegensätze. Heute sehe ich das anders. Je klarer ich weiß, wer ich bin, desto leichter kann ich mit einem Menschen sprechen, der ganz anders ist als ich.

Der Kurs über religiöse Diplomatie hat aus mir keinen Diplomaten gemacht. Ich bin Rabbiner geblieben, und genau das ist für mich das Entscheidende. Aber der Kurs hat mir geholfen, etwas klarer zu formulieren, was ich in meiner Arbeit immer stärker spüre: Ein Rabbiner in Europa kann nicht nur innerhalb der Synagoge leben.

Er muss hinausgehen. Menschen kennenlernen. Ihnen die Möglichkeit geben, ihn kennenzulernen. Manchmal erklären, manchmal zuhören, manchmal streiten. Und manchmal auch sehr deutlich sagen: Nein, hier ist meine Grenze.

Wenn ich das, was ich aus dem Kurs mitgenommen habe, auf einen Satz bringen müsste, würde ich den bekannten Satz ungefähr so verändern: Sei Jude zu Hause – und bleib ein stolzer Jude, wenn du das Haus verlässt.

Und ungefähr dasselbe würde ich einem Christen, einem Muslim oder jedem anderen gläubigen Menschen sagen. Man muss seinen Glauben nicht an der Tür ablegen, um einem Menschen mit einem anderen Glauben zu begegnen. Kommt so, wie ihr seid.

Ich brauche keinen Christen, der für ein Gespräch mit mir weniger christlich wird. Und ich werde für ein Gespräch mit ihm nicht weniger jüdisch. Wenn wir uns auf diese Weise begegnen können, dann hat religiöse Diplomatie tatsächlich einen Sinn.

Foto: SKLbaltics, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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