Digitale Bibeldialoge – Hosea

Digitale Bibeldialoge

Digitale Bibeldialoge – Hosea

Hosea ist das erste in der Reihe der zwölf kleinen Prophetenbücher. Der Prophet, der im Nordreich Israel lebte, beschreibt die Beziehung zwischen Gott und Israel als eine Ehe. Dies gibt Anlass zu einigen Fragen.

Referentinnen: Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg und Pastorin i. R. Ina Petermann
Termin: 17. September 2026, 18:00 Uhr
Ort: Zoom

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Meeting-ID: 857 1882 9224
Kenncode: 648420

Das Buch Hosea ist ein komplexes literarisches Werk. Es enthält Reden Hoseas aus dem Nordreich, die später mit judäischen, exilischen und nachexilischen Texten verbunden wurden. Zentrale Themen sind Israels Abfall zu fremden Göttern (dargestellt als „Hurerei“), die drohende Strafe des Exils sowie die Verheißung einer zukünftigen Versöhnung und Wiederherstellung des Bundes.

Aus jüdischer Perspektive, besonders in rabbinischen Schriften wie Targum Jonathan und Midraschim, wird die Ehegeschichte Hoseas und Gomers oft allegorisch als Aufruf zur Umkehr (Teschuwa) verstanden. Der Text wird liturgisch zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur gelesen und betont Gottes barmherzige Bereitschaft zur Vergebung.

In der christlichen Tradition wird Hosea typologisch und allegorisch gedeutet: Die untreue Frau symbolisiert das sündige Volk oder die Heiden, Hosea bzw. Gott steht für Christus oder Gott, der trotz Untreue liebend zurückkehrt. Kirchenväter wie Hieronymus sahen darin eine Vorwegnahme der Beziehung zwischen Jesus und der Kirche. Feministische Kritik hinterfragt die Darstellung von Gewalt und Unterwerfung.

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