
Referenten: Erkan Koc und Rabbiner Dr. Gabor Lengyel
Termin: 02. Dezember 2025, 19.00 Uhr
Ort: Petri-Kirche Kleefeld (Anbau), Dörriesplatz, 30625 Hannover
Im Judentum ist die Gastfreundschaft ein fundamentales Prinzip. In Gen. 18 wird erzählt, dass Abraham und Sara drei fremde Männer bewirteten, die sich als Engel entpuppten, die Gottes Verheißung überbrachten. Diese Geschichte zeigt die enge Verbindung von Gastfreundschaft und göttlichem Segen. Tora und der Talmud heben hervor, dass Gastfreundschaft ein Gebot und Zeichen von Großzügigkeit und Gerechtigkeit ist.
Auch im Christentum ist Gastfreundschaft zentral. Sie wird als Ausdruck der christlichen Nächstenliebe verstanden. So fordert Paulus in Röm. 12,13 auf: „Übt Gastfreundschaft.“ In Hebräer 13,2 wird davor gewarnt, die Gastfreundschaft nicht zu vernachlässigen, denn die Gäste könnten Engel sein, so wie es Abraham erlebte.
Im Islam ist Gastfreundschaft ein Gebot Gottes und als ein soziales Prinzip tief verwurzelt. Im Koran werden Gläubige angehalten, Reisende und Bedürftige freundlich zu empfangen und zu unterstützen (z.B. Sure 2,177; 4,36). Der Prophet Mohammed betonte in verschiedenen Hadithen die Pflicht zur Gastfreundschaft. Die Gastfreundschaft wird als Ausdruck von Gottesfurcht und als Zeichen des Glaubens verstanden. Der Umgang mit Gästen ist von Großzügigkeit und Respekt geprägt.