
Referent*in: Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg und
Prof. Dr. Klaus Grünwaldt
Termin:
16. April 2026 18.00 Uhr
Ort: Zoom
Das Buch Ezechiel (Hesekiel) entstand im 6. Jahrhundert v. Chr. im babylonischen Exil und spiegelt eindrücklich die Krise Israels nach der Zerstörung Jerusalems wider. Ezechiel, selbst Priester, verbindet prophetische Botschaft mit einer priesterlich geprägten Perspektive, in deren Zentrum die Heiligkeit Gottes und die Verantwortung Israels für seinen Götzendienst stehen.
Besonders charakteristisch sind seine Visionen – etwa die Thronwagenvision zu Beginn des Buches und die Vision vom Tal der verdorrten Gebeine, in der die Wiederbelebung Israels im Bild einer Auferweckung der Toten geschildert wird. Hinzu kommen symbolische Handlungen, so z.B. das monatelange Liegen auf einer Seite oder das Einritzen Jerusalems in einen Ziegel, die Gericht und Exil performativ veranschaulichen. Das Buch Ezechiel umfasst harten Gerichtsbotschaften und die Verheißungen von Neubeginn: „Ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln.“ (Ez 36,26-27)