Jüdische Blicke auf das Christentum

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Referentin: Rabbinerin Alisa Bach

Termin: 03. Februar 2026, 19.00 Uhr

Ort: Petri-Kirche Kleefeld (Anbau), Dörriesplatz, 30625 Hannover


Rabbinerin Alisa Bach wird die Perspektiven von Rabbiner Leo Baecks auf das Christentum vorstellen. Er versteht das Christentum als geschichtliche Gestalt eines ursprünglich jüdischen Glaubens, die er zugleich scharf vom Judentum unterscheidet und doch in eine bleibende, kritische Dialogbeziehung einbindet.

Jesus gilt Leo Baeck als ganz im Judentum beheimateter Prediger, dessen Botschaft in der Kontinuität der pharisäischen Tradition steht und keineswegs einen Bruch mit Israel markiert. Erst Paulus vermischt nach Baecks Analyse jüdische Motive mit antiken Mysterienvorstellungen und begründet so eine neue Religionsform, die als Christentum über das Judentum hinausweist. Baeck beschreibt diese Gestalt des Christentums als „romantische Religion“, als Religion des Gefühls, während er das Judentum als „klassische Religion“ der Tat und des Gebotes profiliert und damit eine klare Differenz markiert. Gerade aus dieser Differenz erwächst für ihn die Berechtigung und Pflicht des Judentums, kritische Fragen an das Christentum zu richten und seine Deutungen Jesu zu hinterfragen, ohne den Dialog abzubrechen. Denn Baeck betont zugleich eine gemeinsame biblische Grundlage sowie eine gemeinsame eschatologische Hoffnung, die Juden und Christen zu gemeinsamem verantwortlichem Handeln in der Welt ruft und christlich‑jüdische Zusammenarbeit als Dienst an der Menschheit verstehen lässt.


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