Delet Petucha - ein Seniorenclub in Jerusalem

 

Was ist Delet Petucha?

Delet Petucha („Die offene Tür“) ist ein Seniorenclub in Jerusalem, den der Verein Begegnung Christen und Juden Niedersachsen e.V. seit dem letzten Jahr unterstützt. Er wurde vor 37 Jahren von Lilly Menczel und ihrer Freundin Ruth Ben David gegründet und hat inzwischen 150 Mitglieder, die die vielseitigen Angebote gern wahrnehmen. Viele von ihnen sind Überlebende der Shoa.
Der Name Delet Petucha ist Programm. Einladend ist schon der Eingang mit einer grün bewachsenen Laube und die große Diele, von der aus man in die verschiedenen Räume gelangt.

Wie kam „Begegnung“ dazu?

Im Oktober letzten Jahres konnten mein Mann und ich bei einem überraschenden Besuch in verschiedene Gruppen hineinschnuppern, z. B. begrüßten wir eine Gymnastik – und Yogagruppe, Senioren beim Malen und einen Französisch - Sprachkurs. In verschiedenen Räumen waren Patchworkarbeiten aufgehängt und Handarbeiten ausgestellt. Außer Französisch werden Deutsch, Englisch und Russisch angeboten. Jeden Donnerstag gibt es besondere Vorträge und Aktivitäten, z.B. auch die Auslegung des Wochenabschnitts, der in den Synagogen gelesen wird. Oft finden auch Hauskonzerte statt oder Konzertbesuche außer Haus zu günstigen Konditionen. Ab und zu werden Museumsbesuche angeboten oder Ausflüge in historisch interessante Gegenden.
Was uns sehr beeindruckt hat, ist der enorme selbstlose Einsatz sämtlicher Lehrkräfte und anderer Ehrenamtlicher. Nur die Verwaltungskraft und die Putzhilfe erhalten ein Honorar. Der Club wird nur von privaten Spenden getragen.

Frau Lilly Menczel, Frau Bat Sheva und ein Sprachlehrer des Clubs

Wie entstand diese Einrichtung?

Angefangen hatte der Club im August 1977 in einer kleinen Wohnung. Durch Pnina Herzogs Vermittlung erhielt Lilly Menczel Unterstützung vom International Council of Jewish Women. Lilly Menczel berichtet in ihrem Buch „Vom Rhein nach Riga“: „Mit Hilfe des Councils und der Stiftung (Keren) Jerushalayim – und nach persönlicher Empfehlung Teddy Kolleks, Jerusalems damaligem Bürgermeister – kauften wir ein zweistöckiges Gebäude in der Radakstr.Nr.2 in Jerusalem: dem jetzigen Ort des Clubs. Wir erhielten vom Keren Jerushalayim Anleihen, die wir durch Spenden vom Council of Jewish Women wieder zurückzahlen konnten. Im Jahr 2005 erhielt ich den Titel einer Ehrenbürgerin Jerusalems für die Gründung des Clubs und für meinen Einsatz für die Einwohner der Stadt Jerusalems, insbesondere die Senioren.“

Bisherige Unterstützung:

Inzwischen war Frau Dr. Rudnick anlässlich einer Studienreise zu Gast im Club und hat eine Spende von € 1500,00 überreicht. Begeistert erzählten viele von der herzlichen Begegnung zwischen der deutschen Gruppe und einigen Club – Mitgliedern bei Kaffee und Kuchen!

Club - Mitglieder (im Vordergrund) mit Teilnehmerinnen
und Teilnehmern der Studienreise April 2014

Nachhaltigkeit:

Am 9. Juli habe ich Lilly Menczel zu ihrem 89.Geburtstag gratuliert. Sie lässt den Verein herzlich grüßen und mitteilen, dass endlich die sanierungsbedürftigen Toiletten in den inzwischen 3 Etagen erneuert werden.Im Namen des Vorstandes sage ich „Toda rabba“ für die Unterstützung des Projektes „Delet Petucha“, einer Einrichtung, in der sich viele Senioren zu Hause fühlen.


Übergabe des Spendenschecks an Frau Menczel
Dr. Barbara Meyer, in Israel lebende und lehrende deutsche Theologin;
daneben Prof. Dr. Ursula Rudnick

Informationen: Bärbel Zimmer; Bilder: Werner Kamsker